
Amazon Prime Day Vorbereitung: So holst du als Händler das Maximum heraus

Der Prime Day zählt zu den umsatzstärksten Tagen im Amazon-Jahr. Der Traffic liegt an diesen Tagen mindestens beim Drei- bis Vierfachen eines normalen Verkaufstages. Mit der richtigen Prime Day Strategie sind je nach Produkt und Rabatt das Fünf- bis Zehnfache deines üblichen Tagesumsatzes möglich.
Trotzdem gehen viele Händler mit weniger Gewinn aus dem Event heraus, als sie erwartet haben. Der Grund liegt fast immer in der Vorbereitung. Wir begleiten als Amazon Full-Service-Agentur jedes Jahr zahlreiche Marken durch den Prime Day. Dabei sehen wir immer wieder dieselben Muster: Gewinner legen zuerst ein sauberes Fundament. Erst danach drehen sie an der Werbung.
In diesem Beitrag bekommst du genau die Checkliste, mit der wir unsere Kunden vorbereiten. Sie besteht aus vier Grundlagen für dein Listing sowie zehn konkreten Tipps für deine Werbestrategie.
Das Wichtigste in Kürze

Teil 1: Das Fundament für deinen Prime Day
Bevor du einen Euro zusätzlich in Werbung steckst, müssen vier Grundlagen stehen. Ohne sie verpufft auch das höchste Werbebudget.
1. Bewertungen prüfen: Kleine Schwellen mit großer Wirkung
Geh jedes Produkt einzeln durch. Achte besonders auf Artikel, die knapp unter einer Anzeigeschwelle liegen. Ein Produkt mit 4,2 Sternen wirkt in der Suche deutlich schwächer als eines mit 4,3 Sternen. Ab diesem Wert zeigt Amazon wieder viereinhalb Sterne an. Genau dieser Unterschied beeinflusst am Prime Day die Klickrate, weil Kunden in kurzer Zeit viele Angebote vergleichen.
Prüfe auch neue negative Bewertungen. Verstößt eine Rezension gegen die Amazon-Richtlinien, kannst du sie melden. Das gilt etwa für Kritik am Versand statt am Produkt. Auch beleidigende Inhalte fallen darunter.
2. Produkt-Content vervollständigen
Am Prime Day gewinnen drei Faktoren gemeinsam: das beste Produkt, das beste Angebot sowie der beste Content. In unserer Praxis sehen wir immer wieder, dass Händler sich auf den Rabatt konzentrieren. Den Content vernachlässigen sie dabei. Das kostet Conversions.
Spätestens jetzt sollten folgende Inhalte online sein:
- hochwertige Produktbilder mit klaren Nutzenbotschaften
- A+ Content mit Vergleichstabellen
- eine Markenstory
- ein Produktvideo
3. Rabattstrategie: Preisnachlass statt Verlustgeschäft
Hier trennt sich Umsatz von Gewinn. Für das klassische Prime-Day-Angebot musst du in der Regel mehr als 20 % Rabatt geben. Für die meisten Händler geht diese Rechnung nicht auf.
Ein Rechenbeispiel: Du verkaufst ein Produkt für 30 Euro. Nach Amazon-Gebühren, Einkauf und PPC bleiben dir 20 % Marge. Das sind 6 Euro. Gibst du 20 % Rabatt, fallen genau diese 6 Euro weg. Jeder Verkauf bringt dir dann nichts mehr ein. Bei 15 % Marge verkaufst du sogar mit Verlust.
Sinnvoll ist ein hoher Prime-Day-Rabatt nur in zwei Situationen:
- Du hast einen großen Überbestand.
- Du willst ein Produkt komplett abverkaufen.
Unsere Empfehlung: der Preisnachlass. Diese Rabattoption richtest du direkt in Seller Central ein. Für die meisten unserer Kunden ist sie am Prime Day die erste Wahl. Das hat drei Gründe:
- Kurzfristig planbar: Das klassische Prime-Day-Angebot musst du Wochen vorher einreichen. Den Preisnachlass kannst du bis kurz vor dem Event anlegen.
- Fast gleiche Sichtbarkeit: Amazon pusht Preisnachlässe am Prime Day nahezu so stark wie die offiziellen Deals.
- Volle Kontrolle: Du entscheidest selbst über 5 %, 10 % oder mehr.
4. Logistik und Lagerbestand absichern
Ein ausverkauftes Produkt am Prime Day ist doppelt teuer. Du verlierst Umsatz. Zusätzlich leidet dein organisches Ranking. Prüfe deshalb frühzeitig deinen FBA-Bestand. Eine Anlieferung fünf bis zehn Tage vor dem Event kommt in der Regel zu spät im Lager an. Plane mehrere Wochen Vorlauf ein.
Wie du deinen Bestand für umsatzstarke Phasen grundsätzlich steuerst, erklären wir ausführlich im Beitrag zum Amazon-Bestand vor dem Black Friday. Die Prinzipien gelten für den Prime Day genauso.

Teil 2: 10 Tipps für deine Amazon PPC Strategie am Prime Day
Mit einem soliden Fundament kann deine Werbung ihre volle Wirkung entfalten. Diese zehn Tipps setzen wir als Amazon PPC Agentur bei unseren Kunden um.
Tipp 1: Bestehende Kampagnen nutzen und Budgets erhöhen
Setz für den Prime Day keine komplett neue Kampagnenlandschaft auf. Deine bestehenden Kampagnen haben bereits Daten gesammelt. Sie wissen, welche Keywords konvertieren. Erhöhe ihre Tagesbudgets mindestens um das Zwei- bis Dreifache. Aus 50 Euro Tagesbudget werden also 100 bis 150 Euro. Sonst ist dein Budget bei dreifachem Traffic schon am Vormittag aufgebraucht.
Tipp 2: Kampagnen nach dem Full Funnel strukturieren
Deine Werbung sollte alle Stufen der Customer Journey abdecken:
- Sponsored Products (Bottom of Funnel): erreichen Kunden mit konkreter Kaufabsicht
- Sponsored Brands: erzeugen Aufmerksamkeit für deine Marke
- Sponsored Display: ermöglichen Retargeting sowie die Ansprache von Wettbewerbskunden
Idealerweise laufen alle drei Kampagnentypen schon vor dem Prime Day stabil. Wie du diese Struktur sauber aufbaust, zeigen wir im Beitrag Amazon PPC 2026: Kampagnen strukturieren und skalieren.
Tipp 3: Neue Kampagnen mindestens zwei Wochen vorher starten
Du willst zusätzliche Kampagnen testen, zum Beispiel Display Ads gegen Mitbewerber? Dann starte sie mindestens ein bis zwei Wochen vor dem Event. Früher ist besser. So erkennst du rechtzeitig, ob eine Kampagne profitabel läuft. Am Prime Day selbst verbrennst du bei drei- bis vierfachem Traffic sonst in wenigen Stunden das Budget einer ganzen Woche.
Tipp 4: Deal-Keywords gezielt targetieren
Diesen Tipp setzen die wenigsten Händler um. Genau deshalb funktioniert er. Buche Keywords mit Schnäppchen-Absicht ein:
- „Prime Day Angebote“
- „Sonderpreis“
- „Deal“
Kunden suchen am Prime Day anders als an normalen Tagen. Sie wollen Angebote entdecken. In unseren Kampagnen haben sich solche Deal-Keywords wiederholt als lohnender Test erwiesen. Das gilt auch für ASINs, die du normalerweise nicht targetieren würdest.
Tipp 5: Zielgruppen strategisch ansprechen
Sponsored Display bietet dir vorgefertigte Zielgruppen. Dazu zählen Schnäppchenjäger sowie Kunden mit hoher Affinität zu deiner Produktkategorie. Diese Nutzer sind am Prime Day besonders kaufbereit. Nutze die Segmente gezielt, um deine Conversion Rate zu steigern.
Tipp 6: Budgetregeln automatisieren
Ab etwa zehn Produkten lohnt sich Automatisierung. Bei 30 oder 40 Artikeln kannst du die Kampagnen während der mehrtägigen Aktion realistisch nicht mehr manuell steuern. Lege deshalb vorab Budgetregeln in der Werbekonsole fest.
Ein Beispiel: Erreicht eine Kampagne einen ACoS unter deinem Zielwert, erhöht sich ihr Budget automatisch um einen festen Prozentsatz.
So reagieren deine Kampagnen auch dann, wenn du gerade nicht in der Konsole bist.
Tipp 7: Mobile first denken
70 bis 80 % der Käufer shoppen am Prime Day über das Smartphone. Prüfe deshalb jedes Creative auf dem Handy:
- große, gut lesbare Schrift
- keine Mini-Icons
- eine klare Kernbotschaft pro Bild
Teste deine Anzeigen vor dem Start auf einem echten Gerät. Die Vorschau am Desktop reicht dafür nicht.
Tipp 8: Wettbewerber gezielt angreifen
Der Prime Day ist die beste Gelegenheit im Jahr, um Marktanteile zu gewinnen. Nutze Product Targeting auf den Listings deiner Mitbewerber in zwei Richtungen:
- Wettbewerber vor dir: Ist dein Angebot am Prime Day stärker, holst du Kunden von deren Seite auf deine. Die zusätzlichen Verkäufe verbessern dein Ranking. So ziehst du im besten Fall dauerhaft an ihnen vorbei.
- Wettbewerber hinter dir: Auf schwächeren Listings präsentierst du dich als die bessere Alternative. Hier sicherst du dir oft günstige zusätzliche Sales.
Tipp 9: Retargeting nach dem Prime Day einplanen
Viele Kunden schauen am Prime Day nur. Gekauft wird später. Das gilt besonders für Produkte im höheren Preissegment. Diese Besucher sind wertvoll, weil sie deine Marke bereits kennen. Sprich sie nach dem Event über Sponsored Display oder Amazon DSP erneut an. In Kombination mit einem kleinen Gutschein holst du so einen Teil der verlorenen Käufe zurück.
Tipp 10: Den Brand Store als Prime-Day-Landingpage nutzen
Hast du zehn oder mehr Produkte im Sortiment, ist dieser Tipp ein echter Hebel. Erstelle in deinem Amazon Brand Store eine eigene Seite mit allen Prime-Day-Angeboten. Leite Traffic über Sponsored Brands direkt dorthin.
Der Effekt: Kunden sehen nicht nur ein einzelnes Produkt. Sie erleben deine gesamte Marke. Häufig landen dabei weitere Artikel im Warenkorb. Ein höherer Warenkorbwert senkt deine Werbekosten pro Euro Umsatz. Bei unseren Kunden mit größerem Portfolio gehört diese Maßnahme zu den wirkungsvollsten am ganzen Prime Day.
Gewinn statt nur Umsatz: Worauf es am Prime Day wirklich ankommt
Ein erfolgreicher Prime Day entsteht in den Wochen davor. Ein sauberes Listing sowie eine realistische Rabattstrategie bilden die Basis. Dazu kommt ein gesicherter Lagerbestand. Erst darauf baut eine durchdachte PPC-Strategie auf.
Der wichtigste Punkt aus unserer Erfahrung: Rechne jeden Rabatt gegen deine Marge. Ein Preisnachlass von 5 bis 10 % bringt dir fast dieselbe Sichtbarkeit wie ein Deal mit über 20 % Rabatt. Deine Marge bleibt dabei erhalten. So wird aus einem umsatzstarken Prime Day auch ein profitabler.
Du willst den nächsten Prime Day nicht allein stemmen? Als Amazon Full-Service-Agentur übernehmen wir die komplette Vorbereitung für dich, vom Listing bis zur Kampagnensteuerung.
FAQ: Häufige Fragen zur Amazon Prime Day Vorbereitung




